Der Begriff Serigrafie (Siebdruck) leitet sich aus dem lateinischen sericus (seiden) und dem griechischen graphein (aufzeichnen) ab.

Die direkten Vorgänger der Serigrafie in seiner heutigen Gestalt waren die Vervielfältigungsmethoden der Muster beim Bedrucken von Textilien mit Hilfe von Schablonen, wie sie im Fernen Osten, besonders in Japan, schon lange vor unserer Zeitrechnung praktiziert wurden. Eine wesentliche Rolle spielte hier die Kenntnis der Seidenherstellung, eines wichtigen Bestandteiles der Schablonen.

Die westliche Welt begann sich erst Ende des 19. Jahrhunderts für diese Technik zu interessieren. Die ersten Versuche zur Anwendung von Schablonendruck wurden in den Textilfabriken der USA, in Großbritannien und in Frankreich unternommen.

In den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts begann der Siebdruck auch in anderen Ländern in Erscheinung zu treten. Vor allem in der Werbegrafik wurde er schnell geschätzt.

Lange Zeit war die Naturseide das einzige wirklich geeignete Material zur Schablonenherstellung. In der Neuzeit wurde dieses Naturprodukt durch wesentlich widerstandsfähigere Polyesterfasern ersetzt. Dieses Gewebe wird über einen Druckrahmen gespannt und an den bildfreien Stellen mittels manueller oder fotomechanischer Maßnahmen abgedeckt. Mit einer Rakel, einer Holzleiste mit aufgesetzter Gummilippe, wird die Druckfarbe über die gesamte Siebfläche verteilt und gleichzeitig das Gewebe auf das Papier gedrückt, welches die an den durchlässigen Stellen hindurchgepresste Farbe aufnimmt.

Im Siebdruck-Atelier, Nach dem Druck

Eine Serigrafie gilt- wie auch andere Druckgrafik -  als Original, wenn der Künstler die Bildidee selbst entwickelt und für das Verfahren konzipiert hat, die Herstellung durch den Künstler erfolgt ist, eine Auflagenhöhe festgelegt wurde und die Arbeit handsigniert ist.

 

Fotos: Ellen Tandler

© Achim R. Tandler